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Die Dornbirner Bevölkerung im Mittelalter

Im Jahr 1330 standen im Sprengel der Dornbirner Pfarre 220 Häuser, was auf etwa 1.000 Einwohner schließen lässt. Von diesen 1.000 Menschen kennen wir zwei mit Namen, Konrad am Achrain und Walther, die 1326 bzw. 1328 als Landrichter zu Schwarzach amtierten.

Erste, aber keineswegs vollständige "Einwohnerverzeichnisse" sind die herrschaftlichen Urbare und Zinsbücher des ausgehenden 14. und der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Um das Jahr 1394 bezog Ulrich von Ems von folgenden Dornbirnern bzw. ihren Gütern Abgaben: von Rude und Haincz Stampf, von der Bupfing, von Hainis Kind von Watzenegg, Uli von Watzenegg, Cuntz von Watzenegg, Bürk Maigenhof, Haini und Henni Willer, von Kathrinen Gut, von Schmidbergs Gut, von Ruf dem Bub, von Lüte und Rüdi von Watzenegg, Uli Rabenberg (Rhomberg), Rudi Hevel (Hefel), Uli Schmit, Wältz Türing, Cuni Gerer, von Häni Webers Kindern und von Hans Suter (Sutter). Ein Verzeichnis der Emser Leibeigenen in Dornbirn aus dem Jahr 1533 nennt folgende Geschlechter: Berlin, Eiler, Diem, Franz, Fußenegger, Gehrer, Hämmerle, Hohl, Jäcker, Klien, Nägele, Rhomberg, Schmitter, Schnell, Scholl, Spiegel, Stump, Summer, Thurnher, Thoma, Welpe, Zimmermann, Zoller.

Genealogische Kontinuität vom Spätmittelalter zu den gleichnamigen Dornbirner Geschlechtern der Gegenwart besteht sicher bei den Albrich, Blaser, Bobleter, Diem, Fußenegger/Fussenegger, Hefel, Nessler/Neßler, Rhomberg, Rusch, Thurnher, Wehinger, Welpe, Zumtobel, bei einem Teil der Huber und der Schmid (in verschiedenen Schreibweisen), vielleicht bei den Bildstein, den Eberle, den Rein, den Schuler.

Der Ausbau der alten Dörfer und die Anlage neuer Siedlungen am Berg, aber auch zwischen den alten Siedlungskernen zeigen, dass die Dornbirner Bevölkerung im Spätmittelalter beständig anwuchs. Ein Teil des Zuwachses ist, wie sich aus dem Namengut erschließen lässt, auf Migrationsbewegungen zurückzuführen

Negativ auf die Bevölkerungsentwicklung wirkten sich die Pest und andere Seuchen aus. 1348/49 erfasste eine große Pestepidemie von Italien aus fast ganz Europa, sie ist auch im Bodenseeraum nachgewiesen. 1369 blieben die Dornbirner hingegen verschont. Über die sozialen Verhältnisse, die gesellschaftliche Schichtung, die Besitzverhältnisse erfahren wir aus den Quellen nur sehr wenig. Es gab in Dornbirn eine vermögende bäuerliche Oberschicht, manche Dornbirner besaßen mehrere Bauerngüter, andere wieder nur einen halben Hof, nicht wenige waren verschuldet.


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Literatur

NIEDERSTÄTTER Alois: Dornbirn im Mittelalter. in: Werner Matt, Hanno Platzgummer (Hrsg.): Geschichte der Stadt Dornbirn, Band 1, 2002

Jahrzeitbuch der Pfarre St. Martin
Ein 1564 angelegtes Urbar enthält ein nach Ortsteilen und Familien gegliedertes Verzeichnis der Dornbirner Leibeigenen der Herren von Ems