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Die Siedlungsentwicklung im Mittelalter

Es gilt als gesichert, dass das Niederdorf um die St. Martinskirche den Ausgangspunkt der Siedlungsentwicklung im Dornbirner Gemeindegebiet bildete. Leider setzen die Quellen verhältnismäßig spät ein: Stiglingen/Haselstauden wird 1248 erstmals urkundlich genannt, das Oberdorf (in superiori villa) folgt 1290, Mühlebach 1318, Kehlegg dürfte 1354 schon bestanden haben. Für das Hatlerdorf fehlen so alte Belege.

Wie lange vor der jeweils ersten Erwähnung und in welcher Reihenfolge die Außensiedlungen entstanden sind, kann nicht geklärt werden. Kehlen (Erlachs Kehlen) scheint 1393 erstmals auf, im Schattau siedelte man um 1431, das Weppach war spätestens um die Mitte des 15. Jahrhunderts bewohnt, Schmalenegg 1490. Sollten der Siedlungsname Romberg und der Familienname Rhomberg zusammenhängen, muss der Romberg vor 1347 bewohnt gewesen sein.  Watzenegg folgt 1389,  Heilgereute und - gleichfalls am Haselstauderberg - das abgegangene Gersrüti 1393,  Fallenberg 1400,  1406 der Hof Haetzlisberg (Bick/Schmalenegg).  Fußenegg bestand, bevor der Familienname Fußenegger/Fussenegger 1406 erstmals auftaucht.


Das Lehensteuerverzeichnis von 1431 nennt die Siedlungen im Tal von der Warte des Niederdorfs aus: ennend Ach war das Hatlerdorf, ennend Mos Stiglingen/Haselstauden. Am Zanzenberg wohnten 1559 Emser Leibeigene, am Bürgle bestanden damals schon drei Höfe.  Der 1459 erstmals erwähnte Waltenberg dürfte mit der heutigen Parzelle Rädermacher identisch sein.  Oft gab der Siedler der Rodung den Namen: Watzo - Watzenegg, Schowinger - Schauner, Richard (oder der Frauenname Ridgart?) - Rickatschwende, Ammann (Name oder Amtsinhaber?) - Ammenegg, Winfried - Winsau, Adalbert - Adelsgehr usw.

Das Bevölkerungswachstum, der immer weiter voranschreitende Landesausbau und die zunehmende Nutzung des Rieds machten eine straffere Organisation erforderlich, deren Ausdruck seit der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert unter anderem die Einteilung der Dornbirner Gemarkung in Viertel ist: Stiglinger Viertel, Hatler Viertel, Oberdorfer Viertel, Niederdorfer Viertel.


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Literatur

NIEDERSTÄTTER Alois: Dornbirn im Mittelalter in: Werner Matt, Hanno Platzgummer (Hrsg.):
Geschichte der Stadt Dornbirn, Band 1, 2002