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Der Solddienst im Mittelalter

Weil sich die "staatliche" Kriegsführung nur im Landesverteidigungsfall auf eine Art Wehrpflicht (und auch dabei nur auf die Pflicht zur Verteidigung der engeren Heimat) stützen konnte, mussten Krieg führende Mächte Söldner anwerben.
 
Gerade im konfliktreichen 16. Jahrhundert stieg der Bedarf an Soldaten stark an. Vorarlberg wurde - wie die benachbarte Eidgenossenschaft und der schwäbische Raum - zu einem beliebten Rekrutierungsgebiet für Söldner.

Der Krieg wurde für viele Männer zeitweilig, etwa in der Art einer Saisonbeschäftigung, aber auch auf Dauer zum Beruf. Mindestens jeder zehnte waffenfähige Vorarlberger diente damals mehr oder weniger regelmäßig als Söldner. Damit gewann der Solddienst beträchtliche wirtschaftliche Bedeutung. Zudem eröffnete der Kriegsdienst für die Unter- ebenso wie für die bürgerlichen und bäuerlichen Oberschichten die Chance sozialen Aufstiegs.

Auch Dornbirner Söldner scheinen in den Quellen auf. Bereits 1404, während der Appenzellerkriege, stand H. Sutur von Tornbüra im Dienst der Stadt St. Gallen. Der älteste bisher bekannte Soldvertrag stammt aus dem Jahr 1484, als Klaus Schedler gemeinsam mit einigen Feldkirchern in den Dienst Herzog Sigmunds von Tirol trat.

Zwar bot der Solddienst zusätzliche Verdienstmöglichkeiten, andererseits kehrten viele Kriegsknechte nicht mehr oder verwundet und arbeitsunfähig zurück. Außerdem führte die Gewöhnung der Söldner an das "rauhe Schlächterhandwerk ihres grobianischen Zeitalters", wie es Ludwig Welti formulierte, zu einer merkbaren Verrohung der Bevölkerung.

Bei Fragen und Anregungen: stadtarchiv@dornbirn.at


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Literatur

NIEDERSTÄTTER Alois: Dornbirn im Mittelalter. In: Werner Matt, Hanno Platzgummer (Hrsg.):
Geschichte der Stadt Dornbirn, Band 1, 2002.