Autor:

Manfred Tschaikner

Bevölkerungsentwicklung in der frühen Neuzeit

1585 lebten in Dornbirn etwa 1.500 Bewohner in 315 Haushalten. Bis 1618 stieg die Einwohnerzahl auf ungefähr 2.000.  Nach Bevölkerungseinbußen im Gefolge von Seuchen erhöhte sich die Zahl der Haushalte von ungefähr 300 im Jahr 1630  auf etwas über 400 um 1650,  was wiederum auf mehr als 2.000 Einwohner schließen lässt. Für 1755 führt eine kirchliche Zählung 3.172, für 1767 eine Statistik des Gerichts 3.348 Einwohner an. Im folgenden Jahr belief sich die Bevölkerung auf 3.378 Personen, 1769 auf 3.444.  Die Bevölkerung hat sich im untersuchten Zeitraum also mehr als verdoppelt, was mit deutlichen Auswirkungen auf die wirtschaftliche und politische Entwicklung der Gemeinde verbunden war.
Im Jahr 1767 waren 41,3 % der Bevölkerung unter 20, 37,5 % zwischen 20 und 40 sowie 21,2 % über 40 Jahre alt. Der Anteil der über Fünfzigjährigen allein machte nur 9,6 % aus. Fast jeder zweite Dornbirner stand also in jugendlichem Alter, und mehr als drei Viertel waren unter 40. Von den Zwanzig- bis Vierzigjährigen waren mehr als die Hälfte ledig (55,5 %), von den Vierzig- bis Fünfzigjährigen nur mehr 22,7 %. Nicht ganz jeder vierte Dornbirner (23,5 %) blieb zeit seines Lebens unverheiratet. Dazu zählten deutlich mehr Männer als Frauen.
In einer Liste des Jahres 1720 sind die Steuerpflichtigen zum ersten Mal nach Vierteln und Weilern angeführt. Damals betrug der Anteil der Bergbewohner im Niederdorfer Viertel nur ein Sechstel, im Oberdorfer und im Hatler Viertel jedoch etwas mehr als ein Drittel. Im Viertel Haselstauden lebten etwa 60 % der Bevölkerung am Berg.

Im Niederdorfer Viertel hausten umgekehrt zirka 60 % der Einwohner allein im Kirchdorf. Bis 1760 erhöhte dieses seinen Anteil auf ungefähr 70 %. Diese Entwicklung ging hauptsächlich auf Kosten der Bergsiedlungen, die jedoch nicht alle gleich stark vom Bevölkerungsrückgang betroffen waren. Allgemein betrachtet verschoben sich nämlich die Anteile der Tal- und Bergbewohner zwischen 1682 und 1749 nur unbedeutend zugunsten der Ersteren. In diesem Zeitraum lebten nicht ganz zwei Drittel der Dornbirner Bevölkerung in den Talsiedlungen.
Was die Verteilung auf die einzelnen Viertel betrifft, wohnten von der Mitte des 17. bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts etwas mehr als ein Drittel der Dornbirner Bevölkerung im Hatler, nicht ganz je ein Viertel im Niederdorfer und im Oberdorfer sowie ungefähr ein Fünftel im Haselstauder Gemeindeteil.  Während die ersten beiden genannten Viertel ihren Anteil ausbauen konnten und das Oberdorf ungefähr gleich blieb, nahm die Bevölkerung Haselstaudens prozentual kontinuierlich ab.

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Literatur:

TSCHAIKNER, Manfred: Dornbirn in der frühen Neuzeit. In: Werner Matt, Hanno Platzgummer (Hrsg.): Geschichte der Stadt Dornbirn, Band 1, 2002.