Autor:

Franz Kalb

Der Kunstschlosser Franz Mäser

Wohl der lupenreinste unter den Dornbirner Originalen war der 1870 geborene Kunstschlosser Franz Martin Mäser. Während es heutzutage fast in jedem Dorf einen Schlosser gibt, der kunstvolle Türgitter, Stiegengeländer, Grabkreuze und Wirtshausschilder fertigt, war Mäser im ganzen Lande gefragt. Wenn sein Name im Dehio steht, dann wohl nur deshalb, weil sich dieser mit Details zu wenig befasst hat.

Jedenfalls war der Bischof Sigismund Waitz, von dem wir in dieser Ausgabe noch mehr erfahren, öfters in seiner Werkstatt an der Klostergasse, wenn er beim Prälaten Dietrich auf Besuch war. Nach Besichtigung der vorrätigen schmiedeeisernen Kreuze soll Mäser gmeint haben, sein größtes Kreuz könne er ihm nur in der Wohnung zeigen. Damit war Mäsers Frau gemeint, die für diesen und für manche andere Späße mehr Verständnis aufbrachte, als der Würdenträger. Dieser konnte ja nicht wissen, welche Geschichten über ihn selbst im Klerus im Umlauf waren und zum Schmunzeln Anlass gaben.

Der "Schmutzige Donnerstag" spielte wohl bei allen Originalen eine große Rolle. Um die Lindenwirtin aus der Küche zu locken, wurde sogar ein Motoradunfall imitiert. Das viele Blut, welches das "Opfer" vergoss, kam in Schweinsblasen von einem Metzger. Lina, die Lindenwirtin, habe angesichts des Blutes sogar Leintücher zerrissen und überall verbunden, wo es rot war. Ob der Schlosser das Unfallopfer oder der Fleischdieb war, ist nicht mehr bekannt.

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Karikatur: Martin Rhomberg

Literatur:

Dornbirner Schriften Nr.34 2008, S.10 bis 11