Autor:

Franz Kalb

Der Uhrmacher Konrad Lingenhel

Auch einer, der in der Enz wohnte, konnte über das Tagesgeschehen im Bilde sein. Dafür sorgten schon die Kundschaft, die wegen einer Uhr mindestens zweimals vorbei kommen musste und das Mitgefühl mit jenen, die sich etwas von der Seele reden mussten, stand schon dafür, mit der Arbeit einmal innezuhalten, auch wenn das elektrische Licht nicht mehr so schnell ermüdete, wie vorher mit der Petroleumlampe. Was Konrad von der Kundschaft erfahren konnte, wurde ergänzt durch eifriges Zeitungslesen und manch ein Ereignis im Dorf, im Land oder in der Monarchie griff ihm ans Herz und er ließ es damit nicht bewenden. Heutzutage wäre er wohl ein eifriger Leserbriefschreiber. Damals hat er an jene Personen oder Behörden geschrieben, von denen er sich ein Einschreiten erwartete, auch in den Anliegn seiner Kunschaft.

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Karikatur: Martin Rhomberg

Literatur:

Dornbirner Schriften Nr.34 2008, S.10 bis 11