Autor:

Franz Kalb

Der Metzgermeister Willibald

Ein solcher Meister war auch der gebürtige Lustenauer Willibald, den alle Schüler so kannten, nicht nur, weil sie der Mutter in der Metzg etwas besorgen mussten, sondern weil sie von ihm manches geschenkte "Löable" genießen durfte, lang bevor daheim die Suppe auf dem Tisch stand. Wenn Willibald guter Laune war und er vom Gasthausfenster aus eine Schar Buben aus der Schule kommen sah, dann rief er sie vor das Haus und warf jedem ein Brötle in die Hand, egal ob die Mutter bei ihm oder beim Erler einkaufte. Damals kostete so ein Brötchen sage und schreibe 7 Groschen und ein Schüler, der das nicht nach ein paar Schulstunden mti dem größtem Appetit verzehrt hat, wäre sicher krank gewesen. Allerdings gab es Häuser, in denen die Not so groß war, dass ein mitgebrachtes Löable daheim auf alle Kinder verteilt werden musste.

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Karikatur: Martin Rhomberg

Literatur:

Dornbirner Schriften Nr.34 2008, S.10 bis 11