Autor:

Franz Kalb

Toni Rüf von der Sägen

Ein waschechtes Dornbirner Original war zweifellos der Gastwirt und Heizmaterialhändler Toni Rüf. Als Mundartdichter, Laienschauspieler, Vereinsmanager und Redakteur wirkte er jahrzehntelang und hat mit seinem angeborenen Humor und seinem natürlichen Mutterwitz immer wieder zu begeistern vermocht. Seine Gestalt mit dem auffälligen Vollbart, wie ihn damals wohl nur Kapuziner und Alpknechte getragen haben, gehörte einfach zu Dornbirn, besonders aber zum Bockacker und zur Sägen dazu.

Toni Rüf und seine Mannen haben auch dazu beigetragen, dass die alten Bräuche, besonders diejenigen im Fasching, nicht in Vergessenheit gerieten. Der gumpige Donnerstag und der bromige Freitag wurden im Kalender von vornherein angestrichen. Das Eigenschaftswort "sealbheer" für solche Witzboldbanden ist seither ausgestorben. Es bedeutet wohl nicht "selbstherrlich" im Sinne des Dudens, sondern eher "übermütig", also über ängstliche und saure Zeigenossen erhaben. Dass die "Gemeinde" Sägen auch ihren eigenen glanzvollen Ball im "Rössle" veranstaltete, bei dem manches unbekannte Talent zum Vorschein kam.

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Literatur:

Dornbirner Schriften Nr.34 2008, S.10 bis 11