Autor:

Josef Huber

Ursprung der Fronleichnamsprozession

Große Wandlungen hat diese Prozession schon hinter sich.Ihre Wurzeln sind die Flur-und Stadtumgange im Mittelalter. Meist mit vier Stationen, denn den Anfängen der vier Evangelien, die dabei gesungen wurden, schrieb man besondere Kraft zu. Glaube oder Aberglaube? Die Übergänge sind fließend. Dann vor 700 Jahren, begann man die Monstranz mitzutragen, auf einer geschmückten Tragbahre oder unter einem "Himmel". Die Zünfte, als letzte der Müller und Bäcker, stellten "lebende Bilder“ aus der Passion Jesu dar. Daraus entwickelten sich die Passionsspiele und Fronleichnamsspiele. Ihre Auswüchse waren mitschuldig, daß die Reformatoren- aus der Sicht der Katholiken- das Kind mit dem Bad ausschütteten. Damit begann das, was man von heute aus gesehen als das Unchristliche bezeichnen muß. Die Prozession wurde zur Demonstration. Das Fronleichnamsfest kam erst dann richtig auf, als man den Leib des Herrn recht selten empfing, aber dafür um so mehr anschauen wollte. Auch in Dornbirn wurde das Fronleichmsfest stets mit besonders prachtvollen Prozessionen gefeiert. Die Häuser wurden beflaggt und mit Blumen geziert. Schulen, Vereine und Gesellschaften nahmen daran teil.Die jeweilige Bezirksmusik begleitete die Prozession. Im Bild rechts eine der Stationen vor dem ehemaligen Gasthaus "Weißes Kreuz" am Marktplatz. ( Foto: Dagmar Fechtig.) Eine besonders festliche Station hatten die Hatler im Jahre 1930 vor dem damaligen Stadtspital aufgebaut. Ein bunter Teppich aus Tausenden von Blumen stellt kirchliche Motive dar und wurde eigens für die Prozession ausgelegt.

(Auszug von Gedanken zu Fronleichnam von Pfarrer Otto Feurstein, Vorarlberger Nachrichten v.13.6.1990)

Fronleichnamsprozession im Hatlerdorf in den zwanziger Jahren. Der Zug der Prozession bewegte sich über die Hatlerstraße, Hanggasse, Bäumlegasse und wieder die Hatlerstraße zur Kirche. Altäre für die Evangelien befanden sich beim Stadtspital, beim Haus Anton Fußenegger, Hanggasse 22, beim Wegkreuz neben dem Adlerbrunnen(Standort der ehemaligen Kapelle Hatlerdorf) und vor der Textilschule unmittelbar vor der Hatler Kirche. Besonders schön gestaltet wurde jedes Jahr der Altar beim Stadtspital von den barmherzigen Schwestern. Zum jeweiligen Segen ertönten nach altem Brauch Böllerschüsse. Die Häuser waren mit Fahnen geschmückt und fast bei jedem Haus der betreffenden Straßen wurde ein Fensterstock mit einer Statue oder einem Heiligenbild,eingerahmt mit Blumen und brennenden Kerzen, ausgestattet. Außerdem wurde am Tag vor der Prozession der Vorplatz unseres Hauses sauber gejätet, was beim Katzenkopfpflaster viel Arbeit gab und alle "Spionnowebba" unter dem Vordach mit einem Besen entfernt. Alles mußte auf Wunsch unserer Mutter sauber sein, den die Prozessionsteilnehmer inspizierten neben dem Beten die Häuser ganz genau

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Dokumentationssammlung
Josef und Manfred Huber

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