Autor:

Josef Huber

Das Schnapsbrennen

Nachdem sich an der Methode des "Schnapsbrennens" gegenüber früher kaum etwas geändert hat, die Brenneinrichtungen aber modernisiert wurden, möchte ich nur über die Brennhäfen aus früherer Zeit berichten. Vor dem ersten Weltkrieg hatten noch fast alle bäuerlichen Familien eigene Brennereieinrichtungen. Ich kann mich noch erinnern, daß in unserer Waschkücke der Brennhafen im " Fürkessa" montiert wurde. Der Sudkessel besaß noch kein Wasserbad und daher für das Anbrennen: der Maische sehr anfällig war. Fast nach jedem Maischesud mußte mit einer Art Kettenpanzer die angebrannte Maische am Boden des Sudkessels weggescheuert werden. Dies war bei der Hitze im Kessel alles eher als angenehm. War man mit dem " Brennen" fertig, wurde die ganze Einrichtung wieder abmontiert und für das nächste Jahr aufbewahrt. Ende des ersten Weltkrieges mußten alle Haushaltsgeräte aus Kupfer an den Staat abgeliefert werden und dies betraf auch die Brennereieinrichtungen. Um diesem Manko abzuhelfen, bildeten sich im Hatlerdorf bald Brennereigenossenschaften, die bis heute ihren Bestand haben. Unser Vater beteiligte sich bei der Brennereigenossenschaft Hatlerdorf mit etwa 35 Anteilbesitzern und ca. 70 Anteilen. Gekauft wurde 1923 der erste fahrbare Brennhafen von der Fa. Zumtobel, Kupferschmiede in Dornbirn. Er besaß ursprünglich nur zwei Räder, wurde aber einige Jahre später' auf vier Räder umgebaut. Bis 1984 versah dieser Brennhafen seinen Dienst als dann aber die Reparaturanfälligkeit immer größer wurde, erfolgte die Neuanschaffung einer modernen fahrbaren Brennerei von der Fa. Holenstein, Nahe Lindau.

Bis 1929 erzeugte man bei uns auch noch viel Zwetschkenschnaps. Auf unserm Grundstück am Bildstock standen ringsum alte Zwetschkenbäume. Im kalten Winter 1928/ 29, der Bodensee war vollständig zugefroren, erfroren auch alle Zetschkenbäume im Ried und Junge wurden in den fogenden Jahren nur mehr vereinzelt nachgepflanzt, damit fand das "Zwetschkenbrennen

Bild:

Beim " Schnapsbrennen" mit dem alten Hafen 1983

Quelle:

Dokumentationssammlung
Josef und Manfred Huber

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