Autor:

Werner Matt

Kleinbauäcker

Wer in der Nachkriegszeit nicht selbst Gemüse, Mais und Kartoffeln anbauen oder sich mittels guter Beziehungen bzw. Geld anderweitig verpflegen konnte, war auf die überaus kargen Rationen der Lebensmittelkarten angewiesen. Deshalb wurden im Mai 1945 Landwirte und Grundbesitzer von der Stadt Dornbirn aufgefordert, nicht benötigte Wiesen als Schrebergärten zu verpachten. Diese Kleinbauäcker durften nicht größer als zwei Ar sein und die halbe Fläche musste mit Kartoffeln bebaut werden. Die Äcker wurden ständig kontrolliert. Falls schlechte Pflege und Bewirtschaftung der Äcker feststellt wurde, entzog die Verwaltung sofort dem Pächter den Acker. 1946 wurden insgesamt rund 52 Hektar und 95 Ar an Familien vergeben. Die Stadt verpachtete bis 1956 Grundstücke für Kleinbauäcker. Bauern berichteten, dass sie später immer wieder darauf angesprochen wurden: mit eurem Acker haben wir uns über die Runden gebracht.

Literatur:

Werner Matt: Zuerst das Notwendige... Dornbirn von 1945 bis 2000. In: Werner Matt, Hanno Platzgummer (Hrsg.): Geschichte der Stadt Dornbirn, Band 2, 2002, S. 251

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