Emil Bonetti (1922-2007)

Emil Bonetti wurde am 28. August 1922 in Hard geboren, seine Familie kam aus dem Trentino nach Vorarlberg. Er lernte bereits in seiner frühen Jugend die Probleme und Sorgen der Arbeiterfamilien kennen und war auch selbst Arbeiter in einer Fabrik. Seine Erlebnisse als Deserteur von der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges waren für seinen weiteren Lebensweg sehr bestimmend.

Bereits im Jahre 1947, also nach zweijähriger Studienzeit, schaffte er als Externist im Gymnasium in Bregenz die Matura.  Er trat in das Priesterseminar Canisianum in Innsbruck ein und wurde 1952 dort zum Priester geweiht. Anschießend wirkte er als Kaplan in Haselstauden und von 1954 bis 1958 als Kaplan in Hohenems. In dieser Zeit wurde auch das Jugendheim Hohenems errichtet.

1957, nach dem Tod von Monsignore Dr. Edwin Fasching, dem Begründer des "Hauses der jungen Arbeiter", übernahm Emil Bonetti die Fertigstellung des noch im Rohbau-Zustand befindlichen Hauses, welches künftighin auch von ihm geleitet werden sollte. Er führte es zuerst als Arbeiterhotel, junge Zuwanderer aus Tirol, Kärnten und Steiermark erhielten Wohnung und Verpflegung. Dann folgten Arbeitsmigranten und ihre Familien aus der Türkei und dem damaligen Jugoslawien. Zuletzt diente das Haus als Asylwerberquartier und als letztes Auffangnetz für Menschen mit massiven sozialen Problemlagen und Suchterkrankungen. 1991 gründete Bonetti ein Arbeitsprojekt, um seinen Schützlingen wieder Sinn, Lebensfreude und Optimismus zu geben.

Kaplan Bonette war außerdem Religionslehrer an der Berufschule Dornbirn, Gefängnisseelsorger sowie Unterstützer von Priesterstudenten aus Entwicklungsländer. Er betreute die Kapellen Kehlen und Oberfallenberg in Dornbirn und war gesuchter Zelebrant von Feld-, Berg-, Zelt- sowie Jugendmessen.

Am 9. Juli 2007 verstarb Emil Bonetti. Er erhielt zahlreiche Ehrungen wie das Ehrenzeichen der Gemeinde Hard, den Ehrenring der Stadt Dornbirn, den Dr.-Toni-Russ-Preis sowie die Ehrenzeichen des Landes Voralrberg in Silber und Gold, 2016 wurde in Dornbirn eine Straße nach ihm benannt.

Heute ist aus dem Haus ein Sozialprojekt geworden, das hundert Betten im Haupthaus, neun Wohngemeinschaften, ein Frauenhaus und in einem Arbeitsprojekt über 50 Arbeitsplätze anbietet. 

 

 


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Autor:

Werner Matt

Quelle:

Dokumentationssammlung
Josef und Manfred Huber

Link:

Eintragung ins Dornbirner Familienbuch