Rhomberg Berta (1897-1976)

Mag. pharm. Berta Rhomberg, Seniorchefin der "Koflerschen Stadtapotheke, ist nach längerem Leiden gestorben. Sie wurde 1897 in Dornbirn als Tochter des Mag. pharm. Karl Kofler und der Maria Albrich geboren.
Sie besuchte die Grundschule ihrer Heimatstadt und die Mittelschule in Innsbruck. Der sprichwörtliche Pioniergeist der Apothekerfarnilie Kofier machte sich auch bei Berta bemerkbar. Sie te, was für ein Mädchen ihrer Zeit sehr ungewöhnlich war, Pharmazie stu= dieren. 1920 schloß sie ihr Studium mit der Sponsion zum Magister der Pharmazie ab. 1922 wurde Berta Kofier die Frau von Ing. Theodor Rhomberg. Diese Verbindung war sehr glücklich, da beide vielseitige gernein= same Interessen hatten. Ihrer Ehe entstammen zwei Töchter und zwei Söh= ne. Im zweiten Wltkrieg mußte Berta Rhomberg vieles miterleben. Ihr Mann rückte ein, und sie war mit der Familie und der Apotheke ganz auf sich allein gestellt. Auch das Kriegsende und die Wirren danach mußte sie nun ganz allein bewältigen, da ihr Mann 1944- im Alter von 4-7 Jahren gestorben war. Nicht genug, ihr ältester Sohn kam nicht aus dem Krieg zurück und blieb vermißt. Für einige Jahre war ihr das Recht, die Apo= theke zu führen, verwehrt worden. Die alten Mitarbeiter haben in die= ser Zeit treu zu ihr gehalten. Berta Rhomberg konnte in ungebrochener, beispielgebender Energie ihren beiden Töchtern das Studium der Pharma^ zie ermöglichen. Ihr jüngster Sohn schloß sein Studium an der techni^ sehen Hochschule in Stuttgart ab. Trotzdem sie 1959 erstmalig schwer erkrankt war, hat sie in den folgenden Jahren die Erkrankung mit der ihr eigenen Energie und Ausdauer überwunden und erlebte noch viel Freude mit Kindern und Enkeln und fand Erfüllung in ihrem Beruf. Bescheiden dachte sie nicht an sich selbst, sondern war immer für andere da. Bis ins hohe Alter war sie in der Apotheke tätig und ihr optimistisch fröh= liches Wesen gab ihr Zufriedenheit bis zuletzt.


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Autor:

Josef Huber

Quelle:

Dokumentationssammlung
Josef und Manfred Huber