Der Dornbirner Humorist Toni Rüf.

Toni Rüf wurde am 11. November 1881 als Sohn des Kaufmannes Anton Ruf in Dornbirn geboren. Er besuchte die Volks- und Handelsschule und war dann im väterlichen Geschäft tätig. Seine Große Vorliebe war schon frühzeitig die Bühne. Er spielte in Laienspielgruppen mit und war in einem für ein Dornbirn er Volksfest gegründeten Zirkusclown und Seiltänzer. Im ersten Welt krieg war er von Anfang bis Ende an der Südfront.

Vom Krieg heimgekehrt, gründete er ein eigenes Geschäft und bald begann auch seine nebenberufliche Tätigkeit. Er schrieb Humor volle Zeitkritiken und wenn irgendwo etwas neues auftauchte, wurde es meist mit einem heiteren Gedicht bedacht. Vielseitig war auch seine Tätigkeit bei den Dörrbirnen Turnern, er gründete die bekannten Turnerfamilienabende und schrieb dazu humorvolle Sketche und Einakter, die großen Erfolg hatten.

So wurde zu Beispiel der Familienabend 1933 mit der Aufführung des Wälderbähnle" nicht weniger als dreizehnmal abgehalten. Aktiv war er auch in der Gemeinde "Sägen", deren Bürgermeister er später wurde und als Mitarbeiter der Faschingszeitung "Seagar Rätscho" , in der er mit seinen "Aktuellen Leitartikeln" unter dem Hamen Isidor Schertier die Leser zum Lachen brachte. Seine bekanntesten Einakter hießen "Sennerei, Wälderbähnle, Nachtstubat, S´Lädele, As kalblat a Kuoh, D´Mustersschou, Dar schmutzig Donnstag, Suro Most und U´Theator- Schuostor. Sie alle wurden jeweils bei Turnerfamilienabenden uraufgeführt. Beliebt war Toni Ruf in seinen Vorträgen als Conferencier und Humorist. Er beherrschte mehrere Mundarten und verstand es, seine Zuhörer zu Lachsalven hinzureißen. Als er einmal mit seinen freunden in München einen bunten Abend besuchte, ging er, als das Programm beendet war, selbst auf die Bühne und unterhielt das Publikum mit seinen Witzen und Gedichten bis Mitternacht. Am Schluss hatte er mehr Applaus als das eigentliche Programm. Auch bei Radio Vorarlberg wirkte er bei vielen Volkstumssendungen mit. Es war nicht die Art Toni Rüfs viel Aufhebens von sich zu machen und so schrieb er viele seiner Witze und Anekdoten gar nicht auf, wodurch sie leider verloren gingen.

Toni Rüf starb am 6. März 1956 im Alter von 75 Jahren und wurde unter großer Beteiligung der Dornbirner Bevölkerung, die ihrem beliebten Bürger ein ehrendes Geleite gab, zu Grabe getragen.


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Autor:

Josef Huber

Quelle:

Dokumentationssammlung
Josef und Manfred Huber

Link:

Eintragung ins Dornbirner Familienbuch