Alfons Luger

akademischer Maler, Regierungsrat geb. 1869 - gest. 1945

Alfons Luger stammt aus einer politisch aktiven Familie. Sein Vater Peter Luger (1832-1902) war als Gemeinderat aktiv und sein Bruder Engelbert (1861-1926) war Landtagsabgeordneter und von 1910-1926 Bürgermeister von Dornbirn.

Alfons Luger lernte zuerst bei seinem Bruder Engelbert das Malerhandwerk, denn dieser war, bevor er Bürgermeister wurde, als Dekorationsmaler tätig. Erst später entschloß sich Alfons Luger, eine künstlerische Ausbildung in Ulm, Stuttgart und Wien zu machen. Anschließend, von 1897-1904 absolvierte er ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München bei den bekannten Professoren Nicolaus Gysis, Martin Feuerstein und Ludwig Löfftz.

Im Jahre 1904 ließ sich Alfons Luger vom stadtbekannten Architekten Josef Schöch ein Haus und Atelier bauen. Der markante Bau mit seinen turmartigen Erkern – unter den Dornbirnern allgemein als „Pinselburg“ bekannt – kann als ein Wahrzeichen im Dornbirner Oberdorf angesehen werden. Beruflich tätig war er von 1908 bis zu seinem Pensionsantritt 1932 als Lehrer für Dekorationsmalerei an der in Bregenz neu errichteten „Schule für gewerbliches Zeichnen“. Der Beginn der künstlerischen Laufbahn von Alfons Luger lag in der Dekorationsmalerei und in der Ausarbeitung von kirchlichen Gemälden, die er in Kooperation mit seinem Bruder Engelbert ausführte. Ein sehr schönes Beispiel für die Zusammenarbeit der beiden befindet sich in der Pfarrkirche Hl. Nikolaus in Thal, Laterns, aus dem Jahr 1901. Der Künstler arbeitete in den frühen Jahren vor allem im akademisch-naturalistischen Stil.

Ein künstlerischer Wendepunkt fand um das Jahr 1906 statt. Zu dieser Zeit weilte der deutsche Impressionist Charles Palmié (1863-1911) für eine Weile auf Watzenegg. Die beiden gingen zusammen mit dem damals noch jungen Bregenzer Maler Fritz Krcal (1888-1983) öfters nach Hard um zu malen. Damals entstanden die ersten vom Palmié inspirierten pointillistischen Gemälde von Alfons Luger. Um 1910 bekannte sich der Dornbirner Künstler offiziell zum Impressionismus. Er bleib diesem Stil bis zu seinem Lebensende treu. Bei den meisten seiner Werke dominiert die Farbe Blau, gemischt mit Rosa und Violett. Aufgrund seiner Vorliebe zur Farbe Blau erhielt Alfons Luger bereits zu Lebzeiten den Beinamen „Blaumaler“.

Luger war sehr produktiv und malte bis zu seinem Tod. Ein Großteil seiner Bilder stammt aus den 20er und 30er Jahren. Das Werk des Künstlers ist sowohl vom Umfang als auch vom Genre her umfassend: So finden sich Porträts, Blumenbilder, Hausansichten ebenso wie Stadtansichten und Stillleben. Sein eigentliches Schaffensgebiet, das ihn vorarlbergweit bekannt werden ließ, ist die Landschaftsmalerei. Immer wieder auftretende Motive sind etwa der Blick von Dornbirn übers Rheintal, der Blick von der Dornbirner Ach Richtung First oder etwa das Gebiet um den Bodensee. Der „Blaumaler“ stellte seine Staffelei aber auch gerne in den Vorarlberger Bergen auf. Seine Liebe zur unberührten Natur ist bei all seinen Landschaftsbildern erkennbar. Als typischer Impressionist versuchte er stets, Stimmungen einzufangen. Er malte zu jeder Jahreszeit und zu unterschiedlichen Tageszeiten. Es finden sich auch zahlreiche Bilder, auf denen blühende Obstbäume zu sehen sind ebenso wie etwa Blicke übers Rheintal an einem föhnigen Herbsttag.

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Autorin:

Bettina Jäger

Literatur:

Kunst in Vorarlberg 1900-1950, Ausstellungskatalog, hrsg. vom Vorarlberger Landesmuseum, Bregenz 1976, S. 145. Österreichisches Biographisches Lexikon, hrsg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unter Leitung von Leo Santifaller, bearbeitet von Eva Obermayer-Marnach, 6 Bände, Graz-Köln 1957, Bd. V, S. 355 f. (Burmeister) Mackowitz, Heinz: Malerei und Plastik des 19. und 20. Jahrhunderts Landes- und Volkskunde, Geschichte, Wirtschaft und Kunst Vorarlbergs, hrsg. Karl Ilg, Bd. IV: Die Kunst, Innsbruck-München 1967, S. 193. Nägele, Hans: Alfons Luger - Ein Dornbirner Maler, Vorarlberger Volksblatt, v. 27.9.1969. Portraits 1780 bis 1980, Ausstellungskatalog, hrsg. vom Vorarlberger Landesmuseum, Bregenz 1987, S. 94.

Link:

Eintragung ins Dornbirner Familienbuch