Autor:

Eugen Hepp

Louis (Ludwig) Kofler

Der Vater von Louis stammte aus Mühlbach/Pustertal und war durch ein hartes Los gezwungen, auf endlosen Fußmärschen bis nach Rußland, in den napoleonischen Kriegen zu kämpfen. Nach den Gesellenwanderungen ließ er sich in Kirchdorf/Oberösterreich als Gerbermeister nieder. Louis Kofler wurde dort am 25. April 1823 geboren, besuchte das Gymnasium in Kremsmünster und absolvierte die Apothekenlehre in der Apotheke zum Schwarzen Adler in Gmunden. Als Gehilfe diente er im Sommer 1846 in der Apotheke "Zu unserer lieben Frau Zu den Schotten" in Wien. Vor der Medizinischen Fakultät in Budapest legte Louis Kofler am 13. Juli 1847 die Apothekerprüfung eröffnete er zu Neujahr 1855 in der Marktstraße 14 (Joh. Thurnhers Nfg.). Ein Jahr später heiratete er Berta Clessin, die Tochter des Feldkircher Apothekers, und am 11. Juni 1865 erwarb Louis Kofler um 6000 Gulden das Haus Marktstraße 3, wo sich die Apotheke noch heute im Besitz seiner Nachkommen befindet.

Bei seinem Antrittsbesuch als frisch niedergelassener Apotheker bei Bürgermeister David Fussenegger sagte ihm dieser wohl zu seinem Ertaunen, dass in Dornbirn zwei Apotheken ihr Auslangen ohne Nebenerwerb nicht fänden. Die Gemeinde habe die Errichtung der zweiten Apotheke nur befürwortet, weil man die Familie eines Dornbirner Magisters unterstützen wollte.

Mag Louis Kofler verbrachte sein Leben meist in der Apotheke, selbst am Sonntag, denn nach dem Kirchgang jeweils um 10 Uhr und 3 Uhr gab es den größten Andrang im Geschäft. Nur in seiner Jugendzeit war es ihm vergönnt, Wanderungen von Kirchdorf/OÖ bis in die Heimat seiner Vorfahren nach Südtirol zu machen. Als Anhänger der Revolution von 1848 hing er auch im späteren Leben seiner liberalen Gesinnung an. Seine Vorliebe für Geschichte führte ihn schon 1857 in den Landesmuseumsverein, dem er auch als Vorstandsmitglied angehörte. Nach 36 Jahren Apothekerleben übersiedelte Mag. Louis Kofler nach Innsbruck wo er noch 14 glückliche Jahre im Ruhestand erlebte.

Literatur:

Stubat, Juni 2001, Nr.27

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