Autor:

Werner Matt

Bürgermeister Rudolf Sohm

Rudolf Sohm wurde 1939 geboren und stammte aus einer Handwerkerfamilie, sein Vater war Schreinermeister. Nach der Matura an der Handelsakademie ging er in die Privatwirtschaft, er war vor der Wahl zum Bürgermeister Exportleiter bei der Firma F.M. Hämmerle. Sohm trat das Amt nur unter der innerparteilichen Vorgabe, die Stadtstraße zu bauen, an. Als größte Erfolge bezeichnete er selbst den Bau von Stadtstraße sowie Fußgängerzone und die damit verbundene Belebung der Innenstadt, die Erhaltung der alten Dornbirner Ortskerne, die erfolgreiche wirtschaftliche Umstrukturierung nach den Problemen mit der Textilindustrie und die Einführung des Stadtbussystems. Als negativste Erfahrung nannte Sohm die Jugend-Demonstrationen in seiner Zeit als Vizebürgermeister.

Bei den  Gemeinderatswahlen 1985 erreichte die ÖVP unter Rudolf Sohm trotz leichter Verluste rund 60 % der Stimmen stellte wieder Bürgermeister und Vizebürgermeister sowie zusätzlich fünf Stadträte, die SPÖ zwei Stadträte. Das Wahljahr 1990 brachte wieder um Verluste der zwei stärksten Parteien und Gewinne für die kleineren. Die ÖVP hielt nun bei 20 Mandaten (- 2), die SPÖ bei sieben (- 2), die OBGL bei fünf (+ 2) und die FPÖ bei vier (+ 2). Bürgermeister Rudi Sohm konnte, wie bereits Dr. Karl Bohle, ein hohes persönliches Vertrauensvotum für sich in Anspruch nehmen. Sohm, ein großer Sieger, hieß es in der Presse nach der Gemeinderatswahl. Die ÖVP hatte ihren Stimmanteil wieder auf rund 60 % gesteigert und die Mandatszahl um drei auf 23 erhöht, wobei Rudolf Sohm ein herausragendes persönliches Wahlergebnis erreichte.

Rudolf Sohm trat im Frühjahr 1999 aus Altersgründen als Bürgermeister zurück. Anlässlich seines Rücktritts sprach SPÖ-Stadtrat Mag. Gebhard Greber von Respekt, der dem scheidenden Bürgermeister gebühre, denn er sei ein Mann der Zusammenarbeit, der zu seiner Meinung stehe. Walter Schönbeck, Fraktionsobmann der FPÖ, bedauerte Sohms Schritt, da dieser vielen Ideen und Argumenten der Freiheitlichen sehr positiv gegenübergestanden habe. Für die OBGL sprach Stadträtin Ingrid Benedikt von der Dynamik, die Sohm initiiert habe und erwartete von seinem Nachfolger, dass er diese Qualitäten der Offenheit und Geradheit übernehme.

Rudolf Sohm 1984-1999. (Originalbild im Dornbirner Rathaus)

Literatur:

Werner Matt: Zuerst das Notwendige ... Dornbirn von 1945 bis 2000. In: Werner Matt, Hanno Platzgummer (Hrsg.): Geschichte der Stadt Dornbirn, Band 2, 2002, S. 353.