Hindelang Michael geb.1550

Michael Hindelang war der Vater des Christian Hindelang der ein hoher österreichischer Beamter war und unter anderem dem Thomas Rhomberg 1634 das Wappen seines Großvaters Ammann Martin Mäser amplifiziert und verbessert hat. Gleichzeitig war er der Vater der Verenea Hindelang, die mit dem Senior Bartle Zumtobel aus dem Hatlerdorf vermählt war. Dieser steht auch als erster im Hatler Brunnenbuch von 1616. Aus dem Jahrtag des Ammanns Bartle Zumtobel sind die Eltern klar nachgewiesen, obwohl das Familienbuch diese Angaben nicht liefert. Der Wohnsitz im Hatlerdorf darf damit auch als bestätigt gelten. Aus alldem ist zu schließen, dass Hindelang ein angesehner Mann war. Als Großvater des "Heldenammanns" ist er meines Wissens auch von der selbstbewußten Familie Zumtobel nicht besonders hervorgehoben worden.

Michael Hindelang hinterläßt in Dornbirn nur wenige Spuren. Im Urbar des Grafen Kaspar von 1605 ist er Anrainer im Salach und zwar zwischen Heerweg (Marktstraße) und Schulgasse. Gleichzeitig zinst er von Conrad Hollen Witwes Hofstatt, die allseits von der Gasse umgeben ist, also sichtlich mitten im Dorf stand, am ehesten zwischen Schulgasse und Winkelgasse. Es dürfte sich um sein Wohnhaus gehandelt haben, das im Niederdorf stand. Die Nennung im Günterstaller Alpbuch läßt trotz des ungewöhnlichen Namens auf eine gewisse Sesshaftigkeit schließen.

Daraus ergaben sich Fragen, die mit den vorhandenen Belegen nicht beantwortet werden können. Wenn wir in Erwägung ziehen, dass Michael Hindelang technischer Leiter des Eisenbergwerks Haslach und auch der Schmelzhütte war und zwar etwa von 1585 bis 1610, dann passt das gut in die Chronologie. Der Unternehmer Schnabel von Schönstein war kein Fachmann in der Eisengewinnung und Verarbeitung. Es ist naheliegend, dass er einen Fachmann brauchte und den dort holte, wo Eisen gewonnen und verarbeitet wurde, nämlich im Ostrachtal bei Sonthofen, an der Salzstraße des Kaisers Maximilian, die für Vorarlberg mehrfach von Bedeutung wurde. Die Vermischung mit dem Sarganser Erz hat bekanntlich weitere Probleme gebracht, für die ein Fachmann unentbehrlich war.
Als nach dem Tod des Unternehmers der Betrieb langsam einging, war Hindelang schon sichtlich alt und in Dornbirn schon verankert, dass eine Rückkehr in die alte Heimat nicht mehr in Frage kam. die vorgenannten Spuren einer kleinen Landwirtschaft beleuchten den Lebensabend des Genannten.
Dass die frühere Stellung einträglich war, beweist wohl der Umstand, dass der Sohn Christian immerhin um 1604 in Freiburg studieren konnte. Ein solches Studium war damals nur Kindern mit vermögenden Eltern möglich.

Ein anderer Anhaltspunkt sei hier noch angeführt. Der Schwiegersohn Bartle Zumtobel war federführend für die Erstellung der Halter Wasserleitung vom Fallbach ins Dorf um 1616. Ohne Zweifel waren mit dem Betrieb im Haslach auch Wasserrechte verbunden und Hindelang war wohl auch in die Abwicklung des Werks eingebunden. In meiner Kinderzeit befanden sich am Fallbach 3 Leitungen: Die Badleitung ins Haslach. Die Hatler Wasserleitung ab 1616 und die große Leitung zum Betrieb im Wallenmahd, gegründet 1824. Ein Zusammenhang zwischen der Liquidation des Bergwerks und der sehr frühen Wasserleitung auf große Distanz ist nich zu übersehen.