Hermann Rhomberg (1900 - 1970)

Hermann Rhomberg wurde als Sohn des Textilfabrikanten Armin Rhomberg und seiner Frau Ida, geb. Albrich geboren.

Nach dem Besuch der Volksschule und der Oberrealschule in Dornbirn wurde Hermann Rhomberg schon sehr früh mit dem Ernst des Lebens konfrontiert. Von der Schulbank weg und nach kurzer Ausbildung in einer Militärschule musste er als Tiroler Kaiserjäger in den Krieg  ziehen und den Zusammenbruch an der Südfront miterleben. Er begann sein Studium im Jahre 1919 an der Handelshochschule in München. Das Studium wurde dann durch praktische Lehrjahre in einem Innsbrucker Bankhaus und im väterlichen Unternehmen unterbrochen. Die Jahre 1923 und 1924 sahen ihn erneute beim Studium an der Handelshochschule in Nürnberg, wo er im Sommer 1924 seine Diplomprüfung ablgegte. 1925 trat er in die Firma Franz M.Rhomberg ein, 1928 erfolgte die Berufung als Gesellschafter in die Geschäftsleitung als kaufmännischer Leiter.

In der Zeit des Nationalsozialismus hatte Hermann Rhomberg als Luftwaffenbeauftragter des Reichsluftwaffenministeriums und zugleich Bezirksbeauftragter des Rüstungskommandos im Wehrkreis XVIII (west-, südösterreichische und nordjugoslawische Gebiete) ein für die Vergabe von Rüstungsaufträgen machtvolles Amt inne. Er nutzte es, um der Vorarlberger Textilindustrie überproportional viele Aufträge zu verschaffen. Zu deren Erfüllung verlagerten die Dornbirner Betriebe teilweise Kapazitäten von der kriegsbedingt leidenden Textilerzeugung in die dafür neu aufgebauten Metall verarbeitenden Betriebsstätten bzw. Firmen. Rhomberg war zugleich auch Vizepräsident der Gauwirtschaftskammer Tirol-Vorarlberg gewesen.

Herbert Stohs, der als als Bezirksleiter der demokratischen Widerstandsbewegung über jeden einzelnen Teilhaber aller größeren Firmen ein politisches Gutachten schrieb, erinnert sich, die Berichte so verfasst zu haben, dass sie jedem geholfen haben [...], aber die Wahrheit hat es sein müssen. Nur bei Hermann Rhomberg, der ein bekanntermaßen fanatischer Anhänger des Nationalsozialismus gewesen war, so Stohs weiter, haben wir dann schon schärfer schreiben müssen. Hermann Rhomberg galt als "registriert" und konnte für eine gewisse Zeit seine Tätikeit in seinem Familienunternehmen Franz M. Rhomberg nicht ausüben. Dies hinderte ihn nicht, in der Öffentlichkeit vielfältig tätig zu sein. In die Nachkriegszeit fallen die Gründung der Dornbirner Messe, deren Präsidentenamt er 1954 übernahm, und die Aufnahme als Kammerrat in die Sektion Industrie der Kammer der gewerblichen Wirtschaft (Obmannstellvertreter). Er war auch einer der Initiatoren für den Bau des Parkhotels in Dornbirn und der Karrenseilbahn. Durch viele Jahre war er Prüfungsbeisitzer an der Universität Innsbruck (juridische Fakultät, Wirtschaftswissenschaft), ab 1958 Präsident der österreichischen Handelskammer in Zürich. 1960 wurde Hermann Rhomberg zum Ehrenbürger von Dornbirn ernannt.

Hermann Rhomberg war in erster Ehe mit Trudi Rhomberg und in zweiter Ehe mit Dr. Grete Pferschy verheiratet.