Gasthaus zum Löwen

Hatlerstraße 29

Jakob Huber erhielt 1858 die Wirtskonzession. Damit wurde der "neue Löwen" noch vor der neuen Kirche eröffnet, die aber nur wenige Jahre später, 1860-1866, errichtet wurde. Das Wirtshaus war nun das am nächsten zur Kirche gelegene und profitierte von den Meßgängern, von Taufen und Hochzeiten. Als 1886 der Friedhof im Hatlerdorf eingeweiht wurde, erhielten die umliegenden Gasthäuser nun auch die Teilnehmer an den Begräbnissen als Kundschaften.
1889 scheint Johann Rhomberg als Wirt auf, und Martin Thurnher übernahm im Februar 1896 das Gasthaus Löwen. Bei der Erteilung der Konzession verweigerte die Behörde Thurnher das Recht, Branntwein auszuschenken. Dies hatte durchaus Methode, die Behörde versuchte am Ende des 19. Jahrhunderts der "Branntweinpest", dem übermäßigen Genuß von Schnaps, entgegenzuwirken. Deshalb wurde der Mostzubereitung steigende Aufmerksamkeit geschenkt. Zum einen wollte man den Landwirten eine zusätzliche Einnahmemöglichkeit erschließen, zum anderen den Arbeitern ein Getränk zur Verfügung stellen, das der Gesundheit zuträglich war.
Thurnher legte gegen diese Entscheidung solange Rekurs ein, bis er beim Ministerium für Inneres gelandet war. Dem Schreiben an das Ministerium war auch ein Bericht des damaligen Vizebürgermeisters, Dr. Fussenegger beigelegt. Darin wird mitgeteilt, dass die Gemeindevertretung einstimmig für die Erweiterung der Konzession sei. Weiters führt der Vizebürgermeister aus, dass die Gastwirtschaft schon seit dem Jahre 1858 ununterbrochen geführt worden sei und dass alle Vorgänger, Jakob Huber und Johann Rhomberg bzw. dessen Gattin und Witwe Agatha, geb. Huber, sehr wohl Schnaps ausschenken durften.

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Autor:

Werner Matt

Bilder:

Dokumentationssammlung
Josef und Manfred Huber