Gasthaus zur Gans

Hatlerstraße 8

Das Gasthaus hieß zuerst Fink´s Weinstube und wurde von den Geschwistern Fink betrieben. 1907 übernahme Thomas Ulmer das Lokal, und unter dem Namen "Gans" wurde es ins Nachbarhaus verlegt.
Interessant ist die Herkunft von Thomas Ulmer. Er stammte von einer alten Gastwirtsfamilie aus dem Oberdorf ab, der Ganswirtsfamilie Ulmer. Sein Vater, Franz Josef Ulmer, betrieb dort das Gasthaus Gans, das spätere Gasthaus Schloßbräu. Der Name dieses Wirtshauses dürfte auch für die Namensgebung der Wirtschaft in der Hatlerstraße ausschlaggebend gewesen sein.
Thomas Ulmer wurde 1840 geboren. Er ging beim Gerbermeister Franz Ritter in Bregenz in die Lehre und beendete sie im April 1861. Wie damals üblich, ging er auf die "Walz", um seine Kenntnisse bei den verschiedensten Meistern zu verbessern. In seinem Wanderbuch sind nun alle seine Aufenthalte bei den verschiedenen Gerbermeistern vermerkt. Thomas Ulmers Reiseziele waren u.a. Kempten, Amberg, Coburg, Erfurt, Jena, Berlin, Stettin, Lübeck, Hamburg, Frankfurt/Main und Cannstadt, alles Städte in Deutschland. Meist verweilte er dort nur für wenige Wochen und Monate.
1873 begann er im Haus Hatlerstraße 8 als Rotgerber zu arbeiten, und 1907 eröffnete Thomas Ulmer das Gasthaus. Seine Tochter Maria Ulmer führte ab 1904 im Parterre eine Filialstelle der Dornbirner Konsumgenossenschaft. 1907 konnte Thomas Ulmer die Tabaktrafik von Ferdinand Fink,
Hatlerstraße 8, übernehmen.
Als 1911 Thomas Ulmer starb, führten Gertrud, Maria und Katharina, seine drei Töchter, die Gastwirtschaft bis in die 50er Jahre weiter. 1967 erfolgte der Abbruch des Hauses.

Autor:

Werner Matt

Bilder:

Dokumentationssammlung
Josef und Manfred Huber