Autor:

Werner Matt

Eislaufplatz am Fischbach

Als 1880 der See zufror, kamen Alt und Jung, um das Eis zu sehen und die Schlittschuhläufer zu bewundern. Dies mag den Anstoß bei den Gesellschaftern der Firma F.M. Hämmerle gegeben haben, im darauffolgenden Winter einen Stauweiher bei ihrer neu erworbenen Fabrik im Fischbach als Eisplatz herzurichten.

Im April 1880 hatte die Firma Hämmerle den 1870 erbauten Ulmerschen Betrieb am Fischbach erworben. Die Türkischrot-Garnfärberei wurde vom Glöckelehaus im Steinebach in den neuen Betrieb verlegt und gab ihm nun den immer noch gebräuchlichen Namen „Rotfarbfabrik bzw. Rote Fabrik“. Zusätzlich zum Betriebsgebäude erwarb die Firma die umliegenden Wiesen und die Nutzungsrechte an den Fischbachquellen. Dieses Feuchtgebiet wurde  eingedämmt, ein Weiher entstand und dieser fortan als Löschwasserweiher genutzt.

Im Jänner 1881 wurde der Weiher erstmals als Eisplatz in Betrieb genommen. Damit erhielt Dornbirn die erste „ordentliche Eisbahn“. Für die Benützung des Platzes musste Eintritt bezahlt werden. Die „Eislaufgesellschaft“ spendete die gesamten Einnahmen des zweiten Sonntags, dem 16. Jänner, der Gemeinde für die „sogenannten verschämten Hausarmen“.

Um den Jahreswechsel 1884/1885 wurde im Betrieb Fischbach das erste elektrische Licht in Dornbirn installiert. Auch der firmeneigenen Eisplatzes erhielt eine elektrische Beleuchtung, rechtzeitig zum Eisfest am Dreikönigsfest. Mehr als tausend Schaulustige kamen, um diesem einzigartigen Erlebnis beizuwohnen. An diesen Eislaufplatz erinnert auch der Name eines Dornbirner Wirtshauses, dem Gasthaus „Zum Eisplatz“ in der Eisengasse. Zwischen diesem und der „Roten Fabrik“ lag der Eislaufplatz. Neben diversen Betriebserweiterungen gab die neue Siedlung im Rüttenersch, entlang der Eisplatzgasse, der Gegend um den Eisplatz Ende der zwanziger Jahren ein ganz neues Gesicht, die Stadt hatte die Fabrik erreicht.

Der „Dornbirn Eislaufverein“ wurde 1934 gegründet. Der Verein nützte unter tätiger Mithilfe ebenfalls den Eisplatz im Fischbach. 1946 trat sogar eine Wiener Eisrevue im Fischbach auf, doch 1956 wurde der Weiher mit dem Aushubmaterial des Heizkraftwerkes (Betrieb Fischbach) aufgefüllt und der große Platz zwischen der Firma und dem Möbelhersteller Niederer entstand. Damit verschwand der erste Eislaufplatz Dornbirns endgültig.

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Eislaufplatz Fischbach 1914 in den Fototagebüchern von Theodor Rhomberg. Foto Stadtarchiv Dorbirn / Dieter Leuze 12569

Literatur:

MATT Werner: Der Eislaufplatz am Fischbach. In: Stubat. Nr. 20, S. 6-7. Dornbirn 1999.