Autor:

Werner Matt

Gasproduktion vor 1913

In Vorarlberg waren es Industrielle aus der Textilindustrie, die sich für Gas interessierten und es zur Beleuchtung und für Heizzwecke in ihren Betrieben einsetzten. Gas wurde damals nicht über Pipelines von weither geleitet, sondern vor Ort produziert. Es wurde aus Kohle mittels Kohle-Entgasungsöfen gewonnen. Die erste Nachricht haben wir aus Dornbirn. Franz M. Hämmerle baute 1856 für seinen Betrieb in Dornbirn/Steinebach ein eigenes Gebäude für die Gasproduktion. Für Aufregung sorgte eine Gasquelle 1890 in der Fabrik von David Fußenegger. Beim Schlagen eines Brunnens im Dampfmaschinenhaus trat bei 19 Metern Tiefe ein Gasstrom aus dem Brunnenrohr, der angezündet eine Flamme von achtzig Zentimeter Umfang und Höhe bildete.

Inzwischen aber – bedingt durch neue Erfindungen – entstand dem Stadtgas durch den elektrischen Strom gerade in Vorarlberg bedeutende Konkurrenz. Die steilen Talhänge in Vorarlberg lieferten genügend Energie. Viele Industriebetriebe und Gemeinde bauten Ende des 19. und anfangs des 20. Jahrhunderts eigene Wasserkraftwerke.

Doch Gas wurde wieder Modern und bot Vorteile: Sofortige Wärme, wenig Platzbedarf sowie leichte Bedienung. Es kam zur Gründung der Vorarlberger Gasgesellschaft  im Jahre 1913.

Literatur:

EGGER Otto, MATT Werner: Gas in Vorarlberg. In: 25 Jahre VEG Erfolgsgeschichte der Gasversorgung in Vorarlberg. Dornbirn 2004