Die "Neue Landstraße" oder "Heerweg"

Die alte römische Straße wurde im Mittelalter zumindest teilweise genutzt und im Dornbirner Bereich als „Landstraße“ bezeichnet. „Landstraßen“ waren damals die Straßen höchster Ordnung, dann folgten landwirtschaftliche Güterwege, „Baugassen“, und schließlich Fußwege.
Das erste „neue“ Straßenbauprojekt, von dem wir durch Archivalien Kenntnis haben, betrifft den Bau der „Neuen Landstraße“ oder auch „Heerwegs“ zwischen 1530 und 1540. Abseits der alten römischen Straße entstand sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus militärischen Gründen eine neue Straße. Dkfm. Franz Kalb hat im Zuge seiner Forschungen den Verlauf sehr genau untersucht. Im Bereich des Wallenmahds dürften auch die Gefahr der Felsstürze beim Breiten Berg für die Verlegung eine Rolle gespielt haben.
Diese neue Straße verlief vom Wallenmahd über das Hatlerdorf, die Bäumlegasse und Hanggasse zur Sägerbrücke. Hier war die Dornbirner Ach besonders eng und für einen Brückenbau bestens geeignet. Vor allem die Oberdorfer hatten großes Interesse am Bau dieser Brücke, lagen doch ihre Viehweiden zur Gänze jenseits der Ach und waren bei Hochwasser oft mehrere Tage hindurch nicht erreichbar. Von Sägen aus lief die neue Straße über die Marktstraße zum heutigen Marktplatz und entlang der Eisengasse weiter nach Kehlen und Haselstauden. Nun lagen Mühlebach, Achmühle und Oberdorf nicht mehr an der Landstraße.
Für diese neue Trassenführung entstanden zwei neue Straßen und ein neuer Platz, die Marktstraße und die Eisengasse sowie der heutige Marktplatz. Der alte Kirchweg der Hatler hatte nämlich über die Schulgasse geführt und dort lag auch der alte Marktplatz, im Westen vor dem damaligen Eingang zur Kirche St. Martin.

Vergleiche dazu die Artikel Römerstraße, Post- und Commerzialstraße sowie Verkehrsentwicklung 1872-2000

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