Die alte Kapelle im Hatlerdorf

Die Kapelle wurde 1790 erbaut und war 54 Fuß lang und 30 Fuß breit. Nach Pius Moosbruggers Topographie war sie hell und regelmäßig nach gewöhnlicher Bauart gebaut. Sie besaß einen Hochaltar und zwei Seitenaltäre aus Holz, jedoch keine Orgel, kein Gremetorium und kein Baptistorium. Im Turm befanden sich zwei kleine Glocken, die die Gläubigen zum Gottesdienst riefen. Diese Kapelle war nie mals als Wallfahrtsort benützt. Alle Sonn- und Feiertage wurde in ihr eine Familien- und Nachmittags Christenlehre gehalten.

Bis 1790 stand an der Stelle der Kapelle ein Bildstock, bei welchem alle Sonn- und Feiertage nachmittags ein Rosenkranz als Gottesdienst gebetet wurde. Dass an einem öffentlichen Orte, an der lebhaft befahrenen und betretenen Landstraße eine Andacht häufig gestört wurde, ergibt sich von selbst und so taten sich damals die 140 Hatlerfamilien (ohne Mühlebach) zusammen und errichteten 1790 im Mittelpunkt vom alten Hatlerdorf eine Kapelle, der 1859 - 1866 die Errichtung der heutigen Pfarrkirche Hatlerdorf folgte.

1433 schon begann man mit dem Bau der ersten Pfarrkirche im Niederdorf. Auch die Landstraße dürfte vom Berghang harab in die Ebene verlegt worden sein und schon durch Niederdorf und Hatlerdorf geführt haben, denn 1420 hatte man im Haslach das Bad erbaut und wohl auch das Bergwerk eröffnet, dessen Erze über den Kirchweg (die heutige Hanggasse) und Ach in die Schmelzhütten gefahren und von dort weg in "Schnattern" auf Schweizerseite verarbeitet wurden 1488 setzte als dann schon die Aufteilung des Riedes unter den Anliegergemeinden ein und fand 1572 mit dem Aushub des Landgrabens als Grenze zwischen Dornbirn und Lustenau den Abschluss. Es wurde durch Jahrhunderte von den einzelnen Gemeindefraktoren Dornbirns als Weide gut benutzt, bis man es am 17.August 1799 unter der Bevölkerung in Losanteilem zur intensiveren Bewirtschaftung aufteilte. Die so erstandenen Kartoffel- und Türkenäcker halfen der Bevölkerung die Notjahre der Franzosenkriege besser zu überstehen. 1768 bis 1769 hatte man auch die heutige Landstraße von Bregenz bis Götzis ausgebaut. Sie führte wieder durch den Kern von Dornbirn und Hatlerdorf, den wir an alten öffentlichen Brunnen suchen müssen. Eben an einem dieser Brunnen (vor dem ehemaligen Gasthaus Adler) stand der alte Bildstock und ab 1790 die Hatler Kapelle.

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Bild:

Dokumentatinssammlung
Josef und Manfred Huber