Die neue Kapelle "Sägen"

Erbaut im Sommer 1987 auf dem neuen Standort an der Stadtstraße nach dem Abbruch der alten Kapelle. Ihre Außenmaße 3.70 x 3.30 m, wie auch ihre Giebelhöhe mit 3.80 m entsprechen bis auf wenige Zentimeter den Maßen der alten Kapelle. Dachreiter, Balkenköpfe, Büge und Portal wurden ebenfalls nach altem Muster angefertigt, und selbst bei der Dacheindeckung hat man sich für alte, handgeformte Biberschwänz zu entschieden. Die alte kleine Glocke hingegen musste wegen eines Materialfehlers durch eine neue ersetzt werden. Bei allem Sinn für das Alte, mussten der Zweckmäßigkeit Opfer gebracht werden. So wurden das Portal mit zu öffnenden Flügeln verglast, ein Natursteinboden mit Juramarmor verlegt und das Dach mit Dachrinnen versehen. Der Innenraum hat einige Veränderungen erfahren. Da die alte Mauerstärke nicht mehr erforderlich war, wurde sie auf deren Hälfte reduziert, wodurch der Raum um 60 cm breiter wurde und sich auch die Wölbung", der als Tonnengewölbe geformten Stuckdecke veränderte.

Da am ehemaligen Fronleichnamsaltar beim Seagar-Kappele noch die Seitenflügel, die den hl. Petrus und den hl. Paulus darstellen, vorhandenwaren, wurden für deren Unterbringung entsprechend geformte Mauernischen geschaffen. Die Bilder wurden als erhaltenswert begutachtet und fachlich restauriert. Leider ist ihr ehemaliger Schöpfer unbekannt geblieben.
Das schon im alten Kappele gehangene, stark beschädigte Altarbild, wurde von der akademischen Restauratorin Frau Ruiter-Häusle meisterhaft restauriert. Das Bild besteht aus vier verschiedenen Teilbildern. Das Hauptbild zeigt den am Ölberg betenden Christus, das linke kleine Bild die Verkündigung an Maria, und das rechte der auferstandene Heiland. Dazwischen ist ein Schriftteil mit dem Gebet Jesu am Ölberg. Das schon von Prof. Dr. Ulmer beschriebene Altarbild wurde seinerzeit dem Maler Johann Kaspar Rick zugeschrieben, wofür aber bei der Restaurierung keinerlei Hinweise gefunden wurden. Das Hauptbild war deutlich und unzweifelhaft mit dem Namen Schwendinger und der Jahreszahl 1866 signiert. Die gründliche Untersuchung des Bildes vor der Konservierung brachte zwei handschriftliche Vermerke auf der Rückseite zutage, nach, denen es sich um eine "Malerei" des Jakob Schwendinger 1791 han delt, die Von Ignaz Schwendinger 1866 wiedergemalt worden ist.


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Bild:

Dokumentationssammlung
Josef und Manfred Huber