Kapelle Kehlen

Am nördlichen Ende der Stadt Dornbirn, an der Grenze des Bezirks Markt zum Bezirk Haselstauden, liegt die Parzelle Kehlen. Seit dem Jahre 1869 befindet sich dort eine große Kapelle, die den Vierzehn Nothelfern geweiht ist.
Die Kapelle faßt mit ihren 16 Bänken - auf jeder Seite 8 rund 80 Leute und zählt somit zu den größeren Bauwerken dieser Art in Dornbirn.

Das Äußere der Kapelle ist gekennzeichnet durch einen geschindelten Dachreiter mit rechteckigem Spitzhelm. Außerdem befinden sich zu beiden Seiten des Eingangs je 2 Kriegergedenktafel mit den Namen der im 1. und 2. Weltkrieg Gefallenen, die in der Parzelle Kehlen ihrne Wohnsitz hatten.

Das Beherrschende im Inneren der Kapelle ist der Hochaltar, dessen Altarblatt der damals bekannte Dornbirner Künstler Johann Caspar Rick gemalt hat. Das Bild stellt die Vierzehn Nothelfer dar, in der Mitte stehend den hl. Christopherus, die übrigen Heiligen seitlich in zwei Gruppen sitzend.
Am unteren Bildrand ist außerdem noch eine Landschaft mit der Ansicht Dornbirns zu erkennen. Die Inschrift des Altarblattes besagt, das der in Dornbirn lebende Kaufmann Matthäus Thurnher die Kapelle 1867/68 erbauen ließ. Am Altaraufbau sind seitlich Statuen der hl. Elisabeth und des hl. Aloisius angebracht. In der Kapelle befinden sich noch zwei kleine Seitenaltäre. Links ist Maria mit dem Kind, rechts der hl. Joseph dargestellt. Es ist anzunehmen, daß auch diese Bilder von Johann Caspar Rick stammen. Rick fertigte auch das Deckengemälde, die Himmelfahrt Marias, und ein weiteres Bild, das den in Athen predigenden Apostel Paulus darstellt, an. Auch das Herz-Jesu-Bild an der rechten Längswand ist zu erwähnen. Es trägt die Inschrift: "Hoc M. Com. vom Breda don.ad.major.Dei glor. et SS. cordis Jes. an. MDCCCLXVIII, sign. C.Jele 1868."

Die Parzellen Kehlen und Fischbach gehören kirchlich seit altersher zur Pfarrei St. Martin, Dornbirn I, während sie schulisch dem Schulsprengel Haselstauden zugeordnet sind.
Aus diesen Verhältnissen heraus kam wohl der Wunsch, in Kehlen eine Kapelle zu besitzen, die der Größe der beiden Weiler entsprechen würde.

Die gegenwärtige Kapelle ist jedoch das dritte sakrale Bauwerk an diesem Platze. Das erste, Erbauungsdatum nicht bekannt ist, dürfte ein sogenanntes Bild gewesen sein. Der zweite Bau wurde in den Jahren 1798/99 ausgeführt und fasste etwa vier Bänke. Der Eingang dieses pellchens war westwärts.

Am 5. September 1922 konnte das erste Kapellenfest gefeiert werden, nachdem der Obmann des Kapellenausschusses vorher schon zweimal vergeblich beim Stadtpfarrer um Verleihung der Messlizenz angesucht hatte. Als Grund für die vorherige Ablehnung gab der Pfarrer an, er glaube an eine zusätzliche Belastung der Seelsorgegeistlichkeit, die in St. Martin aus drei Priestern bestand.

In den Jahren 1907, 1936 und 1962 waren größere Renovierungsarbeiten notwendig. 1931 wurde die Kapelle an das Stromnetz angeschlossen und erhielt somit elektrische Beleuchtung. Bei der Renovierung im Jahre 1936 wurden unteranderem das Altarbild und das Deckengemälde von akad. Maler Julius Wehinger ausgebessert. Von Wehinger stammt auch das "Auge Gottes", die zwei Engeldarstellungen beiderseits des Hochaltars und das Bildnis der hl. Cäcilia. Im Zuge der Renovierung wurden auch zwei der vier Kriegergedenktafeln angebracht. Die Gedenktafeln für die im 2. Weltkrieg Gefallenen kamen 1962 hinzu. Im Jahre 1966 erhielt die Kapelle letztlich auch eine elektrische Läuteanlage. Die vierzehn Kreuzwegstationen, ein Werk des Bildhauers Karl Summer, Fraxern, wurden 1970 angeschafft.


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Bild:

Dokumentationssammlung
Josef und Manfred Huber