Kapelle Maria Schnee in Winsau

An Stelle des heutigen Kirchleins stand früher eine Kapelle, die im Jahre 1786 einen noch frühreren Bildstockes ersetzte. Schon in der früheren Kapelle waren Kreuzwegstationen eingesetzt. Dies läßt sich durch die Erlaubnis des damals zuständigen Generialvikariates in Konstanz vom 16. 8. 1793 nachweisen, die noch immer im Pfarramt St. Martin aufbewahrt wird. Um 1872 wurde die Kapelle abgerissen und die heute noch stehende erbaut. Diese wurde 1873 durch Pfarrer Gebhard Fink von Markt eingeweiht.

Die Entstehung des erwähnten ältesten Bildstockes in Winsau ist auf ein Gelöbnis eines dortigen Hausbesitzers zurückzuführen. Im Jahre 1756 brannten in Winsau von den bestehenden acht Häusern einige ab. Bei diesem Brand hatte einer der benachbarten Hausbesitzer gelobt, falls sein Haus verschont bliebe, ein Votivbild zum Dank malen zu lassen. An Stelle dieses ältesten, wohl zu Grunde gegangenen Bildes wurde später ein neueres Bild angefertigt. Es wurde auf Blech gemalt, in der Größe von 22 x 33 cm. Dieses Votiv-Bild zeigt Madonna mit Kind, darunter auf der einen Seite die frühere Kapelle mit der Jahreszahl 1786, auf der anderen Seite die heutige Kapelle mit der Jahreszahl 1873 darunter. Im unteren Teil des Bildes sieht man die vom Brand betroffenen und die verschont gebliebenen Häuser.

Das geräumige Kirchlein zeigt im Altarbild die Darstellung der bekannten Legende von Maria Schee in Rom, gemalt von einem Dornbirner Künstler, Kaspar Rick, 1875. Beiderseits im Chorbogen sieht man die Bildnisse von St. Wendelin und St. Martin, die vom selben Meister ausgeführt wurden. Das Deckengemälde zeigt Maria-Krönung. Eine Inschrift am Hochaltarbild besagt, "Matthäus Thurnher hat die ganze Einrichtung mit den Gemälden auf eigene Kosten erstellen lassen." Der genannte war der bekannte Handelsmann und große Wohltäter der Kirchen und Kapellen im Gemeindegebiet von Dornbirn und auch an anderen Orten. Die Kreuzwegstationen wurden durch Pater Bruno Fuchs O.C. Bregenz, 1. 8. 1877, eingesetzt.

Die beiden alten Glocken mußten im Zweiten Weltkrieg abgeliefert werden, sie stammten aus den bekannten Glockengießerwerkstätten der Gebrüder Grassmayer in Feldkirch.

Architektonisch gesehen ist die Kapelle ein Rechteckbau mit 3/8 Chor, einem Satteldach und einem Glockentürmchen mit Spitzhelm über der Fassade. Nördlich am Chor ist die Sakristei untergebracht. Der Betraum besteht aus einem Tonnengewölbe, einer Fassade mit Rosettenfenster.

Die Kapelle Maria Schnee besitzt eine eigene Meßlizenz und ist 5/4 Stunden von der Haselstauder Kirche entfernt, linkerseits von der Wälder oder Alberschwenderstraße.  Der Bau dieser Straße wurde 1884 begonnen und am 30.9.1885 konnte die neue Straße erstmals mit einem Fuhrwerk befahren werden.


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Bild:

Dokumentationssammlung
Josef und Manfred Huber