Die Linde

Die Linde ist ein sehr altes mitteleuropäisches Florenelement. Schon in der Eiszeit (Mindel-Riß-Zwischeneiszeit) fand sie sich vergesellschaftet mit Erle, Eiche, Walnuß, Ulme, Ahorn und anderen Laubhölzern.
Seit jeher galt sie als heiliger Baum und spielte in Volksglauben, Religion und Dichtung eine bedeutende Rolle. In zahllosen Liedern wurde sie als Baum des Friedens, der Erinnerung und der frohen Ereignisse im Menschenleben besungen.
Wer kennt nicht die altvertrauten Lieder: "Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum" oder "Lindenwirtin, du junge..."?

In der Wappenkunde war die Linde das Zeichen des freien Grundbesitzers, eine Bedeutung, die später fälschlicherweise der Eiche zugeschrieben wurde. Dabei symbolisierte die Eiche bzw. ihre Frucht, die Eichel, den besitzlosen Knecht.

Ihre Bedeutung als Futterbaum (neben den jungen Trieben und Blättern wurde - in Notzeiten - auch das stärkehaltige Holz in Form von Sägemehl verfüttet) hat die Linde heute wohl verloren, wenn man von ihrem unbestrittenen Wert als Bienenfutterpflanze absieht. Ihr Holz wurde und wird als Schnittholz geschätzt, ihre Blüten liefern einen wohlschmeckenden Blutreinigungstee, der zudem krampfstillend, schweißtreibend und magenstärkend wirkt.

Von den zahlreichen Lindenarten sind nur zwei heimisch: die Sommerlinde mit großen, in den Aderwinkeln weißgebärteten und die Winterlinde mit kleineren, rostbärtigen Blättern.
Da beide Arten ähnliche Standorte besiedeln, sind auch Bastarde nicht selten.

Quelle:

Dornbirner Gemeindeblatt 24.Oktober 1986 Nr.43, 114.Jahrgang

Linde zwischen Rathaus und Gebr. Ulmer

Linde in Kastenlangen

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