Autor:

Egon Moser

Kirchengeschichte Kehlegg

1744 hat die Bevölkerung in Kehlegg eine kleine Glocke angeschafft für Gebet und Sturmläuten.
1757 sind nach dem Abendläuten auf dem Kehlegger Feld Schatzgrabungen.
(Der gerichtliche Prozess findet 1761 statt)

Für gebrechliche und alte Leute wurde in alter Zeit eine Wochenmesse gelesen.

Weit hinter den Fabriken, in Waldesstille und Einsamkeit lebt das Bergdörflein Kehlegg, das sich seit alters her eines regen Besuches erfreut. In lieblicher Höhe gelegen, ist es so recht in seiner alten Art eine Bauernsiedlung geblieben. Durch Wald und Bergwiesen hinauf windet sich der schön angelegte Weg. Die Sommersonne spielt ihr Lichtgefunkel durch den Tann über die Straße, das blühende Bergland sendet seinen würzigen Duft dem Wanderer entgegen.

Der Name Kehlegg, mundartlich Kälig gesprochen, hieß 1354 Kenlegg um 1431 urkundlich und laut Alt-Stifts-Kalendarium von 1570 Kenleg(g); im Frühmess-Urbar von 1650 lesen wir den Namen Khienlegg.

Ein großes Kirchenkreuz aus der alten Kapelle schaut auf diese Zeit zurück. Es ist vom Denkmalamt auf etwa 1430 datiert.

Am 16. Oktober 1732 kam es zur größten Brandkatastrophe Dornbirns im 18. Jahrhundert. Während des vormittäglichen Gottesdienstes entstand damals in Kehlegg eine Feuersbrunst, die binnen weniger Stunden 21 Häuser und ebenso viele Ställe in Asche legte.

1744 Guß der Kapellenglocke bei Baptiste, Aporte, Burger in Bregenz.
1768 werden in der Kapelle Kreuzwegstationen erlaubt und gesegnet.

„In Erwägung, dass die nachgesuchte Bewilligung einer Wochenmesse zu Kehlegg den alten und kränklichen Personen zum Troste gereiche, haben Seine Bischöfliche Gnaden Bernard, General Vikar für Vorarlberg diese Bewilligung am 8. Juni d. J. bis zum Ende des Jahres 1830 ausgedehnt. Den gesunden Berg Bewohner obliegt es am Sonntag die Hauptkirche in St. Martin aufzusuchen“ (vgl. Kehlegger Dorfmappe).  

Kehlegg hatte schon seit alter Zeit sein berühmtes Bad.  Dieses wurde von Weltpriestern genutzt
und so suchte Pfarrer Josef Vonach am 4. Oktober 1719 beim Ordinariat Konstanz an, mit einem tragbaren Altar die Messe „im balneum“ von Dornbirn zu feiern. Diese Erlaubnis wurde für die Sonntagmesse im Bad Kehlegg gewährt. 

Die Weihe des Altarsteines mit den eingemauerten Reliquien des hl. Märtyrers Maximus erfolgte am 22. Oktober 1826 durch den Bischof Bernhard Galura in der Kirche zu Altenstadt. Mit 13. August 1836 ist ein Ansuchen der Dorfgemeinschaft um einen Kapellenneubau datiert. Da sich die Kirche in einem baufälligen Zustand befand, erklärte sich die damals aus ca. 200 Pesonen bestehende Bevölkerung in Kehlegg bereit, die einsturzgefährdete Kirche abzureißen und neu aufzubauen. Im Jahre 1837 wurde mit dem Bau begonnen; im selben Jahr noch konnte er auch abgeschlossen werden. Seit dem Jahr 1933 darf in Kehlegg das ganze Jahr die hl. Messe gelesen werden.

Im Zuge des Zweiten Weltkrieges mussten am 27.03.1942 die Glocken für Kriegszwecke abgeliefert werden. Am 8. Jänner 1950 konnte sich der Ort jedoch wieder freuen: Es konnte  Glockenweihe gefeiert werden. Zwei neue Glocken bildeten das festliche Geläut. Die Glocken wurden durch Dekan Schuchter und Kaplan Otto Kolb geweiht. Am 29. November 1970 erfolgte dann die Grundsteinlegung der neuen Bergkirche durch Diözesanbischof DDr. Bruno Wechner. Weihe und Einzug erfolgten am 15. August 1973.

Besonders hervorzuheben ist die wertvolle Muttergottesstatue. Diese stammt aus dem Bildstock „Bild“ an der Straße oberhalb von Bad Kehlegg. Dieser Bildstock war umzimmert und im Innenraum mit einem Gebetsstuhl ausgestattet. Infolge der Neutrassierung des Badweges wurde der Bildstock 1925 versetzt. Im Jahre 1954 erkannte das Denkmalamt den Wert der Marienstatue und datierte sie auf das Jahr 1470. Die kunstvolle Restauration erfolgte 1955 beim Restaurator Andreas Amann in Schlins. Die Madonna stammt vermutlich von einem Seitenaltar von St. Martin. Mündlich ist überliefert, dass die Statue bei den Schwedenkriegen hier in Sicherheit gebracht worden sei. Nach der Beheimatung in der alten Kapelle hat sie nun an der Altarwand der Bergkirche Kehlegg einen würdigen Ehrenplatz.


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Altarbild der zweiten Kapelle im Jahr 1800

Chronologie der Kirche Kehlegg:

Chronologie Kirche Kehlegg