Der Schoren

Dieser neue Bezirk besteht weitgehend aus der früheren Oberdorfer Viehweide. Das Vieh aus dem Oberdorfer Viertel wurde über die jetzige Sebastianstraße, die Sägerbrücke, wo später das Säger Vieh dazukam und die jetzige Lustenauerstraße auf die gemeinsame Weide getrieben.
Auch hier wurden außer dem Mahd Schoren im Lauf der Jahrhunderte etliche Sämähder ausgesondert, so daß die Berechtigten verpflichtet weden mußten, das nicht für Haus und Betrieb (Zugrinder) benötigte Vieh Sommers über auf die Alpe oder ins Vorsäß zu treiben.

Der älteste bekannte Name eines Mahds in diesem Ried ist der "Ammannsgraben", der seit 1444 in den Grenzbereinigungsurkunden mit Lustenau vorkommt. Nun ist ein Graben kein Mahd, aber da der Graben selbst senkrecht zur Lustenauer Grenze verläuft, muss wohl schon damals darunter das dort liegende Mahd verstanden worden sein.

Schließlich taucht im Urbar des Landknechtführers Merk Sittich von Ems 1530 erstmals der Bezirksname Schoren auf. Der Ritter besaß dort ein Mannsmahd, das an die Ach und Au grenzte. Das Rätsel um den Namen Schoren ist nicht leicht zu lösen. Wir müssen wohl auch hier an die vielen Überschwemmungen der unregulierten Ach denken, nach denen man den Schlamm mit dem Kratz- oder Schoreisen entfernen mußte.
Beim Namen Schorach, der 1612 bei Bestellung des emsischen Ammanns Georg Rüf aus dem Oberdorf aufgezählt ist, war wie schon beim Urbar 1605 offenbar der Schreiber in Verlegenheit, weil er nicht wußte, ober es Schoren oder Forach heißen muss. Da die Emser damals im Forach keinen Besitz hatten, kommt dafür nur der Schoren in Frage. Dem Namen nach ist Heinzenbeer älter. Hier hat eine Person mit Rufnamen Heinz einen Damm (Beer=Wehr) zum Schutz des achnahen Mähders angelegt. Die Wälder oder Walser Kaufmann sind seit dem 16. Jhdt. in Dornbirn ansässig. Als einer der ältesten ist Heinrich oder Heinz Kaufmann, ein bedeutender Grundbesitzer, genannt. Es ist also denkbar, daß die Mähder Kaufmännen und Heinzenbeer, die nur durch eine Passage (Grändel, Rain, Anwande) von einander getrennt sind, auf die gleiche Familie zurückgehen.

Siehe auch: Dornbirner Bezirke


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Autor:

Werner Matt

Literatur:

KALB, Franz: Die Dornbirner Bezirke in:Dornbirner Schriften Heft 18. Dornbirn 1995