Autor:

Albert Bohle

Adolf-Rhomberg-Straße, I.

Die „Adolf-Rhomberg-Straße" bildet eine Verbindung zwischen der „Marktstraße" (ungefähr gegenüber der Kapuziner- bzw. Franziskanerkirche) und der „Schulgasse" auf einstigem Besitz des Landeshauptmanns Adolf Rhomberg (1852-1921). Dieser wurde schon bald nach seinem Tod durch eine Straßenbenennung (ursprünglich die Bahnhofstraße) geehrt.

Adolf Rhomberg stammte aus der Unternehmerfamilie Herrburger & Rhomberg. Nach dem Jus-Studium in Innsbruck und Freiburg i. B. übernahm er eine leitende Stellung in der Firma. Im Unterschied zur großen Mehrzahl seiner liberalen Standesgenossen arbeitete er als maßgeblicher Vertreter der Gemäßigten für die „Katholisch-Konservative" (seit 1896 „Christlichsoziale") Partei, die er seit 1876 im Gemeinderat, nach 1884 im Landtag Vorarlbergs vertrat. 1899 wurde er vom Kaiser zum Mitglied des Herrenhauses ernannt.

Als Landeshauptmann von Vorarlberg (1890-1918) setzte er sich besonders für soziale und schulische Belange, für den Ausbau des Straßennetzes und für die Sorgen der Bergbauern ein. Er war als großer Wohltäter bekannt und stiftete 1893 als tiefgläubiger Mann das Kapuzinerkloster St. Josef (1995 saniert, seit 2004 von den Franziskanern übernommen). Als begeisterter Sänger gründete und leitete er seit 1907 den Kirchenchor von St. Martin.

Die Straße trug von 1938 bis 1945 den Namen „Sudetenstraße". Zuvor hatte die obere „Bahnhofstraße" den Namen des Landeshauptmanns getragen.

STR 8.6.1945, 2. 11. b; STR 28.6.1945, 3. 4.; BOHLE 1990; ENDER 1951; HAFFNER 1977

 

 

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Literatur:

Beiträge zur Stadtkunde Dornbirner Schriften 41 Dornbirner Straßennamen S. 60, Dornbirn 2012