Autor:

Albert Bohle

Marktplatz, I.

Das alte Ortszentrum Dornbirns, ursprünglich das sogenannte „Niederdorf“– in der Bevölkerung einfach „Dorf“ genannt, wurde bei der Viertelseinteilung von 1827 als „Markt“ bezeichnet. Der an den „Marktplatz“ westlich anschließende sogenannte „Schmalzwinkel“ war wohl der ursprüngliche Kern der allemannischen Siedlung bei den „Gehöften des Torro“, wie der Name „Dornbirn“ in der Regel gedeutet wird. Offiziell zum Mittelpunkt der Gemeinde bzw. der Stadt wurde der Marktplatz erst richtig durch den 1839-1840 erfolgten Neubau der Kirche St. Martin und ihre Ausrichtung nach Westen (Arch. Martin v. Kink). Seither beherrscht das mächtige Säulenportal der Kirche den Platz. Der Eingang der mindestens vier Vorgängerkirchen lag zuvor – wie in den meisten Kirchen üblich – gegenüber dem „geosteten“ Altar westwärts in Richtung der „Schulgasse“. Märkte sind in Dornbirn schon seit 1540 bezeugt, das offizielle Marktrecht wurde der Gemeinde allerdings erst 1793 verliehen. Der Name „Marktplatz“ setzte sich gegen wiederholte Versuche politisch motivierter Umbenennungen („Dollfuß“-, „Adolf Hitler“-, „Freiheitsplatz“) durch. 1989 erfolgte die Einrichtung des Marktplatzes als Fußgängerzone, als Wochen- und Krämermarkt und als Ort von Veranstaltungen aller Art.

STR 8.6.1945, 2. 11. b; GV 9.3.1954, 2. 7. b; STR 5.6.1956, 2. 4. a; GV 25.5.1993, 4. 6. b; DGBL 29.6.1879, 298; KALB 1984, 74-82; KALB 1988a; KALB 1995, 63; KALB 2005, 11-18

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Literatur:

Beiträge zur Stadtkunde Dornbirner Schriften 41 Dornbirner Straßennamen Dornbirn, 2012